Kleber-Finder: Welcher Kleber passt zu Ihrem Material?
Wählen Sie Material und Situation aus – der Kleber-Finder zeigt eine erste Einordnung, welcher Klebertyp üblicherweise passt: Plastikkleber, Sekundenkleber, Zweikomponenten-Epoxidkleber oder Klarteilkleber. Grundlagen dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber Plastikkleber vs. Sekundenkleber.
Wie diese Einordnung zustande kommt
Der Kleber-Finder basiert auf gängigem Modellbau-Fachwissen zu Materialverträglichkeit und Anwendungssituation, wie es auch in unserem Ratgeber Plastikkleber vs. Sekundenkleber beschrieben ist. Er ersetzt keine Herstellerangaben zum jeweiligen Produkt und keine eigene Einschätzung vor Ort – bei ungewöhnlichen Materialkombinationen lohnt sich immer ein Blick in die Produktbeschreibung des jeweiligen Klebers.
Warum das Material den Klebertyp bestimmt
Plastikkleber funktioniert, indem sein Lösemittel die Oberfläche von Polystyrol anlöst: Die Kunststoffketten beider Teile vermischen sich, das Lösemittel verdunstet, und die Teile sind verschweißt. Bei Resin, Metall oder Fotoätzteilen greift dieser Mechanismus nicht, weil der Kleber diese Materialien nicht anlöst. Hier übernimmt Sekundenkleber (Cyanacrylat), der als eigene, harte Klebeschicht zwischen den Teilen aushärtet. Er ist allerdings eher spröde und verträgt Stöße oder Biegebelastung schlecht – für schwere Resin- oder Weißmetallteile ist deshalb Zweikomponenten-Epoxidkleber oft die bessere Wahl.
ABS ist ein Sonderfall: Manche dünnflüssigen Plastikkleber lösen es laut Herstellerangabe ebenfalls an, andere nicht. Klarsichtteile wiederum vertragen Sekundenkleber schlecht, weil dessen Dämpfe einen weißen Schleier hinterlassen können – dafür gibt es eigene Klarteilkleber, die transparent auftrocknen.
Warum auch die Situation eine Rolle spielt
Neben dem Material beeinflusst die jeweilige Situation, welcher Kleber praktischer ist: Ein regulärer Zusammenbau profitiert von der etwas längeren offenen Zeit des Plastikklebers, die kleine Korrekturen vor dem endgültigen Aushärten erlaubt. Bei Reparaturen oder punktuellen Verbindungen ohne Anpressdruck ist dagegen die schnelle Aushärtung von Sekundenkleber mit Aktivator praktischer, auch wenn das Material grundsätzlich für Plastikkleber geeignet wäre.
Grenzen dieser Einordnung
Der Kleber-Finder gibt eine allgemeine Ersteinschätzung für die häufigsten Materialien und Situationen im Modellbau. Nicht abgedeckt sind etwa Polyethylen und Polypropylen (weiche, „wachsige“ Kunststoffe, die sich kaum kleben lassen) oder klare Polycarbonat-Karosserien aus dem RC-Bereich, für die es eigene flexible Kleber gibt. Bei speziellen Kunststoffen, lackierten Oberflächen oder ungewöhnlichen Kombinationen haben die Herstellerangaben des jeweiligen Klebers Vorrang vor dieser Einordnung.
Unabhängig vom Klebertyp gilt: Klebeflächen sauber, fettfrei und bei Resin oder Metall leicht angeraut vorbereiten, Lack an den Klebeflächen abschaben und bei Sekundenkleber und lösemittelhaltigen Klebern für gute Lüftung sorgen. Mehr dazu im Ratgeber Lüftung und Atemschutz.
Passende Kleber und Aktivator finden Sie in unserer Kategorie Kleber beziehungsweise in unserem Kleber-Vergleich. Praktische Tipps gegen typische Klebefehler liefern unsere Ratgeber Kleber zieht Fäden oder hinterlässt Flecken und Sekundenkleber weißelt.